Jahrestag der Weihe der Metropolitankirche

Frauenkirche München
(Foto: Dietmarlaschinski/Pixabay)

Grundsteinlegung

Am 9. Februar 1468 legte Herzog Sigismund von Bayern den Grundstein für den spätmittelalterlichen Neubau der Pfarrkirche Zu Unserer Lieben Frau in München. 1488 war der Bau zumindest im Wesentlichen fertiggestellt. Dies geht aus der Grabinschrift des am 6. Oktober 1488 verstorbenen Baumeisters Jörg von Halsbach hervor, die besagt, er habe den ersten, den mittleren und den letzten Stein gelegt. Bis zur völligen Fertigstellung der Kirche und ihrer Ausstattung dauerte es allerdings noch länger; die berühmten „welschen Hauben“ wurden den beiden Türmen erst 1524/25 aufgesetzt. Andererseits wurden einzelne Kapellen der Kirche schon in Betrieb genommen, während an anderen Stellen noch gearbeitet wurde. Dies belegen die überlieferten Daten der Weihe einzelner Seitenaltäre schon ab 1471.
Zum 14. April 1494 notierte ein Münchner Hofgeistlicher in seinen Kalender: „Anno 1494, dem 14. April, am Montag, ist allhier in München die Kirch Zu Unserer Lieben Frau geweicht worden“. Was damals genau geweiht wurde, ist nicht angegeben. Vielleicht handelte es sich um eine abschließende Weihe nach weitgehender Fertigstellung des Innenraums. Auf diese Notiz bezieht sich jedenfalls der „Jahrestag der Weihe der Metropolitankirche“, der in der gesamten Erzdiözese als Fest, im der Frauenkirche selbst als Hochfest begangen wird (und heuer wegen des Zusammenfalls mit dem Osterdienstag auf den 20. April verlegt wurde).

Metropolitankirche

1821 wurde im Zuge der Neuordnung der bayerischen Bistümer der Bischofssitz von Freising nach München verlegt, das frühere Bistum Freising zum Erzbistum München und Freising erhoben und die bisherige Pfarrkirche Zu Unserer Lieben Frau zu dessen Dom bestimmt. Sie ist damit die Hauptkirche des Erzbistums. Als Kathedrale eines Erzbischof (in kirchenrechtlicher Begrifflichkeit: eines Metropoliten), der die Oberaufsicht über mehrere weitere Bistümer (Augsburg, Passau, Regensburg) einer Kirchenprovinz führt, trägt sie die Bezeichnung „Metropolitankirche“. Bei der Feier des Gottesdienstes im Dom sowie bei der Leitung der Erzdiözese wird der Erzbischof von den zwölf Mitgliedern des Metropolitankapitels (mit Dompropst und Domdekan an der Spitze) unterstützt, das auch die Verantwortung für den Dom trägt.
Mit dem Weihetag wird alljährlich an den Tag erinnert, an dem ein Kirchengebäude dauerhaft seiner Bestimmung als Ort des Gottesdienstes gewidmet wurde. Lange wurde das Kirchweihfest jeder Kirche an einem individuellen Termin gefeiert, bis es im 19. Jahrhundert in Bayern auf staatlichen Druck zur Zusammenlegung aller Kirchweihfeste auf den einheitlichen Termin am dritten Oktobersonntag kam. Der Weihetag der Münchner Frauenkirche als Bischofskirche wird dagegen bis heute individuell gefeiert.
Text: Archivoberrat i. K. Dr. Roland Götz
Stellvertretender Direktor Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising

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